Der Erste Blogtag

Hi und hallo an alle, die sich es antun, und meinen Blog anschauen.

Ich will euch erstmal etwas über mich erzählen.

Ich bin ein Junge,  bin 15 und gehe auf ein Gymnasium.

Klarkommen tu ich JETZT ganz gut mit meinem Leben, aber das war nicht immer so. Seit der Grundschule merkte ich, dass ich irgendwie nicht dazu gehöre. OK Ich habe es mit Humor ausgeglichen und mich immer provoziert, aber irgendwie war ich immer der kleine Aussenseiter. Meine Mutter war schon immer schwer Nervenkrank, wobei ich keine Schuld auf ihr abwälzen will. Sie hat immer alles versucht, aber musste halt manchmal Tagelang im Bett liegen.

Ich wurde immer gehänselt und genervt, konnte mit niemandem darüber reden, wollte meiner Mutter jeden Ärger ersparen.

Doch irgendwann ging es nicht mehr. Ich war so fertig, dass ich an suizid dachte und in eine Therapie kam. Hat auch geholfen, aber es ging weiter und weiter.

In der 5. Klasse, ich dachte jetzt kann ich alles besser machen als vorher, ging es weiter.

Ich kam in die Klasse, merkte gleich: ``Oh nein... schon wieder....´´

Schon wieder gab es eine Gruppe (In der grundschule waren es einfach alle Mädchen), die über allen Anderen stand.

Sie kamen von einer Privatschule und hatten das ''Privileg'' Jude zu sein, also sie nutzten es aus. Es waren ungefähr 10 Mädchen und ein Junge. Sie haben sich immer welche ausgepickt, sie systematisch fertig gemacht und meistens sind sie dann von selbst aus der Klasse.

Das schlimmste war für mich: Selbst der Lehrer hat mitgemacht.

Er hat nichts dagegen getan, nein sogar mitgemacht und seine Pflichten missachtet.

So dann war ich an der Reihe.

``Du bist ein Nazi´´

``Ihr seit Arm, ihr könnt euch nicht mal gescheite Kleider leisten´´

``Wieso hast du keine Glatze?´´

Solche Sachen musste ich mir Tag für Tag anhören. Nein nicht nur von den Schülern, ich will behaupten unter denen ist es ''ganz normal'' bzw ''nicht so schlimm oder als Witz zu verstehen'', NEIN! Der Lehrer hat nicht nur nichts dagegen unternommen, er hat selber solche Sachen zu mir gesagt.

Einmal im Unterricht haben wir über Armut in Deutschland geredet, da meinte der Lehrer:

``Es gibt viele Arme in Deutschland, seht euch (auf mich zeig und mein namen sag) an, er kann sich nicht mal richtige Kleider tragen, und muss die seiner Brüder tragen. Aber die Eltern geben das Geld für Zigaretten und Alkohol aus, so ist das ja immer.´´

Sowas geht schon an die Nieren, vorallem wenn niemand da ist, der mit einem redet. Außerdem stimt das meiste ja nichtmal, zb das mit den Zigaretten aber trotzdem, was sollte ich dagegen machen?

Gerade zu dieser Zeit habe ich mich sehr alleine gefühlt, mit niemandem wollte ich darüber reden. Ich habe viel nachgedacht. Wusste nicht wohin mit meinen Gefühlen, der Angst, dem Hass, der Trauer, der Einsamkeit. Ich hatte wieder suizidgedanken. Aber Angst davor, es wirklich zu tun.

Dann passierte wohl das Beste, dass mir passieren konnte.

Ich hatte zum Jahresende keinen Blauen Brief bekommen, da ich überall mindestens 4 war. Sogar in manchen Fächern besser.

Doch dann: Zu den Zeugnisen hiess es, ich bleibe sitzen.

Irgendwie war ich fertig aber auch so glücklich wie noch nie.

Nochmal eine Chance!

Die Nachprüfung hatte ich extra verhauen, ich wollte weg.

Eigentlich war es ja wieder mal ziemlich unfair gelaufen ich meine ich hatte erst eine 3 in English dann zu den Zeugnissen eine 5 und dieser Sprung in 2 wochen...

Egal. Ich kam in eine Neue Klasse. Hier lief es erst sehr gut. Aber... Es war immer noch in mir. Und ich merkte, dass ich wieder nur eine Nebenperson war. War nicht viel wert, wenn es drauf ankommt. Klar, zu mir waren sie nett, aber hinter meinem Rücken wurde wieder gelästert bis es schliesselich ''vor meinem Rücken'' war.

Es gab hier keine Gruppen in der Neuen Klasse, das hat mir gefallen. Aber ich war halt immer noch der kleine, mit dem man alles machen kann, was man will. Ich wurde rumgeschubst und beleidigt.

Bis es schliesslich zum ''auslöser für meinen Ausbruch'' kam.

Es war dienstag, ein ganz normaler Tag. Ich freute mich auf Sport, eines meiner Lieblingsfächer, auch wenn ich nciht sportlich bin
in der 3. Stunde war es soweit, Sport war angesagt.

Die erste Stunde verlief ganz normal doch dann in der Pause:
Ein Mitschüler stellte mir ein Bein und machte eine Art Judogriff und ich knallte mit dem gnazen Gewicht auf meinen hinterkopf. Die Lehrerin hat es gesehen, dass weiss ich.

Hat sie was gemacht? Nein.

Ich lief in die Umkleide und musste mich erbrechen, ich errinere mich nur noch dumf an alles. War ja auch ein starker Schlag.

Ich setzte mich auf die Bank, bekam kaum was mit. Ein Freund meint ich war leicheblass.

Die Lehrerin hat mich quasi ignoriert.

Und langsam merkte ich es wieder. keiner interresierte sich für mich. KEINER!

Ich bin noch den ganzen Schultag normal in der Unterricht, habe aber nichts mitbekommen, war SEHR weggetreten.

Als ich zuhause war fragte meine Mutter, was los sei.

Ich meinte ich bin auf den Kopf gefallen. Habe ihr die ganze Story dann im Auto erzählt.

Wir sind gleich ins krankenhaus gefahren, wo festgestellt wurde, das ich eine Gehirn- und Schädel Prellung habe.

Ich musste eine Nacht dort bleiben. Zeit genug, um nachzudenken.

Ich war einfach fertig, wusste nicht weiter, merkte das alles von vorn begann. Aber ich wusste, das jegliche Tat von mir, zB Amoklaufen, nur zeigen würde, dass ich schwach bin.

Ich wusste nicht weiter und habe in ein Forum geschrieben.
Habe geschrieben, dass ich mich rächen würde.

Natürlich war das alles nicht ernst gemeint, aber ich sah keinen anderen Ausweg. Wenn ich mit jemandem darüber geredet hätte, wär wieder alles unter den Teppich geschoben worden und runtergespielt worden.

Schliesslich habe ich es dann geschafft. Die Polizei stand vor dem haus und nahja, das will ich jetzt nicht erzählen.
Zumindest bin ICH mit einer Ermahnung vor Gericht NICHT davon gekommen, ich habe ein Eintrag in den Jugendregister bekommen, aber nur eine Vermahnung, Trotzdem.

Ich Habe also eine Strafe bekommen.

Ich, das vermeidliche Opfer?

Naja, ich komm damit klar, denn jetzt hat sich viel geregelt. Ich bin in einer Therapiegruppe und kann dort viel lernen und über Probleme offen reden.

Zuhause ist nun vieles anders und besser, aber in der Schule (Die haben davon auch erfahren) kamen KEINE Reaktioen. Kein bisschen Hilfe, NUR von meinem Klassenlehrer, dem ich sehr sehr sehr sehr dankbar bin. Er ist noch ein richtiger Mensch.

Ich finde ja, die Schule müsste von sich auch mit mir reden oder irgendsowas. Oder irgendwas anderes machen, denn die wollten doch nicht, das es breitgetreten wird?

Aber nein.

Solange wegschauen bis was passiert, und dann behaupten man hat nichts gesehen.

Das war meine ''Vorgeschichte''

Ich hoffe ihr ´habt jetzt keine Angst vor mir

Mfg 

 ''Xray''

27.5.07 14:23

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